Tiny Living: Einrichtungstipps für kleine Zimmer

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veröffentlicht von david

11. Januar 2021

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Leben auf 15 Quadratmetern? In Wien keine Seltenheit. Mit den richtigen Einrichtungstipps für kleine Zimmer kann es trotzdem gemütlich sein.

„Wie klein kann ein Zimmer sein?“ Wer schon einmal ein günstiges Studentenzimmer in Wien gesucht hat, kann von dieser Frage ein Lied singen. Es finden sich Angebote mit 8, 10 oder 12 Quadratmeter, sodass das Bett gerade so hineinpasst, oder klitzekleine Studentenwohnheimzimmer, bei dem das Bad bereits in der Größenangabe enthalten ist. All das zu einem Preis, der trotzdem oft unverhältnismäßig erscheint. Wenig Wohnraum bedeutet allerdings nicht wenig Wohnqualität. Mit den richtigen Einrichtungstricks wirken auch kleine Zimmer groß.

Wer aus dem Waldviertel nach Wien zieht, für den ist das Leben auf engem Raum anfangs tendenziell ungewohnt. Allerdings birgt es auch viele Vorteile. Beispielsweise lässt sich ein kleines Zimmer in ungewohnter Schnelle putzen. Nur der Stauraum ist eben begrenzt. Dinge, die man zuhause im Waldviertel vielleicht einfach in einen anderen Raum stellen konnte, finden in einem winzigen Studentenzimmer in Wien nicht unbedingt Platz. Aber: Vieles davon braucht man ja eigentlich ohnehin nicht wirklich.

Wer in ein kleines Zimmer zieht, sollte sich trotzdem früh genug überlegen, wie er es gestalten möchte. Das geht in einem WG-Zimmer oder einer kleinen Studentenwohnung natürlich besser als im Studentenwohnheim. Viele der folgenden Tipps lassen sich aber sicherlich auf beide Situationen umlegen.

Es lebe die Helligkeit!

Punkt eins und sicher einer der zentralsten Punkte: Achte auf die Farbwahl bei den Wänden und Möbeln. Helle Farben können wahre Wunder bei der Wahrnehmung eines Raumes bewirken. Helligkeit erzeugt nämlich optische Tiefe. Das bedeutet, der Raum wirkt größer, als er eigentlich ist. Abgesehen davon eignen sich auch kühle Farben wie Blau oder Grün gut für Wände und Möbel. Dunkle, schwere Farben sind hingegen gar nicht förderlich bei der Gestaltung kleiner Räume. Sie erschlagen einen förmlich und nehmen optisch viel Platz ein. Experte bei der Farbgestaltung von Wohnräumen ist übrigens unser Partner HARTL HAUS, mit dessen Kooperation ein Artikel zu ebendiesem Thema entstanden ist.

… mit Licht und Spiegeln.

Helle Farben haben auch den Vorteil, dass sie sehr viel natürliches Licht reflektieren. Zusätzlich dazu benötigt man aber natürlich auch eine Lampe. Hier empfiehlt es sich, keine allzu auffälligen oder ausgefallen Lampenmodelle zu wählen, sondern eher dezente und schmale. Das können Spots sein, eine flache Lampe oder eine transparente Glasbirne, die etwas in den Raum hängt. Aufwändige Schirme (oder ein Kronleuchter) sind hingegen eher kontraproduktiv für die räumliche Wahrnehmung – auch, wenn sie unglaublich interessant aussehen. Dasselbe gilt auch für alle weiteren Leuchtmittel, also Nachttischlampen, Schreibtischlampen, et cetera. Lieber etwas zu klein als zu groß lautet hier die Devise.

Glühbirne

Eine Glühbirne wie diese erleuchtet nicht nur den Raum, sondern wirkt auch unglaublich gemütlich. Foto: Bran Sodre / Unsplash

Maßgeblich für die optische Wahrnehmung eines kleinen Raumes ist auch die Platzierung von Spiegeln. Ein Spiegel (im besten Fall mit schmalem Rahmen) reflektiert sehr viel Licht und lässt kleine Zimmer automatisch größer wirken. Am besten eignet sich dafür ein Ganzkörperspiegel, der bis zum Boden reicht. Ganz abgesehen davon ist ein großer Spiegel allgemein ein nützliches Einrichtungsstück.

Möbelstrategie für kleine Zimmer: multifunktional

Wichtig beim Gestalten kleiner Räume ist nicht nur die Farbwahl: Einen großen Anteil am Wohlfühlfaktor machen die Möbel aus. Im Allgemeinen gilt für kleine Zimmer, dass auch die Möbel klein(er) sein sollten. Am besten machen sich dezente, leichte Möbelstücke, die einen nicht gleich erschlagen. Ein massiver Holzschrank ist zum Beispiel eher suboptimal. Eine bessere Alternative wäre eine freistehende Kleiderstange und vielleicht eine kleine Kommode. Dasselbe Prinzip gilt für Schreibtisch, Bett und alles Weitere – lieber leicht und dezent als massiv und schwer.

Sehr hilfreich beim Einrichten kleiner Zimmer sind auch multifunktionale Möbel: Eine kleine Schlafcouch, stapelbare Hocker, ein ausklappbarer Tisch oder ein Bett mit Stauraum erfüllen mehrere Zwecke zugleich und ersparen einem weitere Notwendigkeiten.

Schreibtisch mit Schreibzeug

Dezente Möbel machen sich in einem kleinen Zimmer am besten! Foto: Jeff Sheldon / Unsplash

„Umso weniger Platz zur Verfügung steht, umso mehr lohnt es sich, in multifunktionale Möbel zu investieren: so kann das Bett am Tag schnell in eine gemütliche Couch verwandelt werden und der Esstisch zum Arbeitstisch umfunktioniert werden“, bestätigt auch Sonja Ableitinger, Architektin bei waldviertler.wien-Partner Hartl Haus.

Die Höhe nicht außer Acht lassen!

Was man ebenso nicht außer Acht lassen sollte, ist die Höhe eines Raumes. Kleine Zimmer bieten zwar nicht viel Platz im Sinn von Wohnfläche, jedoch sind die meisten Wohnungen in Wien um die 2,5 Meter hoch. Das ist viel Raum nach oben, der sich gut nutzen lässt. Ein Hochbett kann etwa eine sinnvolle Investition sein, denn darunter lässt sich dann ganz einfach eine Kleider- oder Couchecke einrichten. Auch höher liegende Wandregale können Platz schaffen, der sonst gar nicht existieren würde.

Generell empfiehlt es sich, kleine Räume so einrichten, dass möglichst viel von der begrenzten Bodenfläche frei bleibt – denn je mehr Freiraum so ein Zimmer hat, desto freier fühlt man sich. Zimmerpflanzen tragen ebenso zum Wohlfühlfaktor bei. Es muss nicht gleich ein riesiger Baum sein, aber Pflanzen machen jede Wohnung ein Stück gemütlicher.

Weniger ist mehr

Ein bisschen Minimalismus schadet nie, vor allem nicht, wenn man in einem kleinen Zimmer wohnt. Je weniger man besitzt, desto weniger Platz benötigt man und desto weniger überladen wirkt der Raum. Logisch. Die Umsetzung dieses Grundsatzes ist aber oft gar nicht so einfach. Glücklicherweise schwirren im Internet unzählige Guides herum, wie ihr euer wertvolles Hab und Gut von nicht ganz so notwendigem Krimskrams trennt.

Überhaupt ist Ordnung das A und O bei wenig Platz. Je kleiner der Raum, desto breiter macht sich Unordnung. Während man in einem großen Zimmer einfach sämtliche Ansammlungen an Kleidung und Dingen unbemerkt in eine Ecke verfrachten kann, ist das in einem kleinen Zimmer eher ungünstig. Alles fällt viel mehr auf und bringt Unruhe in den Raum. Daher: Ordnung halten und von Zeit zu Zeit putzen – dann erledigt sich das Problem von selbst.

Frau steht in kleinem Apartment

Vielleicht kein ideales Beispiel in Sachen Ordnung – aber auch in einer kleinen Wohnung hat alles irgendwo seinen Platz. Foto: David Schultz / Unsplash

Mikro- statt Makro-Dimensionen

Kleine Zimmer sind kein Hindernis für kreative Entfaltung. Ganz im Gegenteil, sie bieten unglaublich viele Möglichkeiten und fordern einen geradezu kreativ heraus. Wer sich einige Gedanken macht, kann in einem kleinen Studentenzimmer seine eigene (kleine) gemütliche Welt erschaffen. 

Außerdem bringt das Einrichten womöglich ein kleines Stück Minimalismus hervor. Denn oft braucht man deutlich weniger Einrichtung und Deko, als man anfangs denkt, um sich wohl zu fühlen. Vielmehr wird der Wohlfühlfaktor von Lebensumständen, Freunden und Erinnerungen bestimmt. Gerade während der Studienzeit verdeutlicht das ein kleines Zimmer mehr als alles andere.

Weitere Einrichtungstipps von uns gibt es übrigens im Artikel „Wohnen und Einrichten“.

 
 

veröffentlicht von sebastian

11. Januar 2021

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