U-Bahn Ausbau: Die neue U1, U2 und U5

Vollautomatische Züge verlangen auch ein neues Design - gehalten in türkis, der Farbe der neuen Linie. Quelle: YF Architekten & Franz Architekten/Wiener Linien
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veröffentlicht von Carina

20. April 2017

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„Alles neu!“ heißt das Motto bei den Wiener Linien in den nächsten Jahren. Wir zeigen dir, wie das neue U-Bahn-Netz aussehen wird.

Viele von uns benutzen sie täglich, oft sind wir grantig, wenn es eine Betriebsstörung gibt, aber alles in allem sind wir doch froh, dass es sie gibt. Die Rede ist von der Wiener U-Bahn. Schneller kommst du in Wien kaum von A nach B, selbst von den äußeren Bezirken brauchst du mit einer guten U-Bahn-Anbindung nur wenige Minuten in die Innenstadt. Und anders als im Waldviertel muss sich beim Fortgehen niemand als Autofahrer opfern, denn am Wochenende fährt die U-Bahn ohnehin die ganze Nacht durch. Aber ganz so rosig ist es leider nicht immer: von überfüllten U6-Waggons mit unverkennbarem Kebabduft können wir ein Lied singen, manche Winkel der Stadt erreicht man nur mit mehrmaligem Umsteigen.

Diesen Problemen wollen die Wiener Linien mit der neuen U2 und U5 entgegenwirken. Andere Linien sollen dadurch entlastet werden, neue Umsteigemöglichkeiten entstehen und Lücken im Schnellverbindungsplan sollen geschlossen werden. Während diese Pläne noch ein bisschen Zukunftsmusik sind, wurde die U1 in den letzten Jahren schon nach Süden verlängert. Die Ausbaustrecke wurde im September 2017 eröffnet, der Wiener U-Bahn-Plan hat dadurch ein neues Aussehen bekommen. Vom Reumannplatz wird die Linie jetzt weiter bis Oberlaa geführt. Fünf neue Stationen und 4,6 Kilometer neue Gleise machen die U1 somit zur längsten U-Bahn-Linie Wiens. Vom Stephansplatz braucht man eine Viertelstunde zur neuen Endstation Oberlaa, somit erreicht man von der Innenstadt auch bequem die Therme Wien.

ubahn ausbau

So sieht der neue Schnellverbindungsplan für Wien aus. Quelle: Wiener Linien.

Projekt U2/U5

Das aktuell umfangreichste Projekt der Wiener Linien ist die neue Linienführung der U2 und der U5. Rund um die bisher nicht vorhandene U5 ranken sich viele Geschichten und Verschwörungstheorien. Vielleicht hast du dich auch schon einmal gewundert, ob die Wiener Linien etwa nicht richtig zählen können. Die Wahrheit ist aber schnell erklärt und weniger spektakulär als vielleicht vermutet. Alle Wiener U-Bahn-Linien wurden bereits in den 1960er-Jahren geplant, die Linienführungen wurden zum Teil von der alten Stadtbahn übernommen.  Die Strecken der U1-U4 und U6 waren relativ schnell beschlossene Sache, für die U5 gab es immer wieder verschiedene Pläne, die allerdings nie realisiert wurden.

Jetzt ist die U5 aber fix. Die neue Linie ist eng mit der U2 verknüpft und löst diese zum Teil sogar ab.

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Die Station Rathaus wird der neue Knotenpunkt der U2 und U5. Quelle: Gerald Kovacic / Wiener Linien

Die Linienführung im Detail

Die U2 verläuft künftig ab dem Rathaus nicht mehr weiter Richtung Karlsplatz, sondern führt über die Neubaugasse und den fünften Bezirk in den Süden bis zum Wienerberg. Neue Umsteigemöglichkeiten werden die Neubaugasse mit einer Verbindung zur U3, die Pilgramgasse mit Umsteigmöglichkeit zur U4 und der Matzleinsdorfer Platz, wo die Schnellbahn und viele Straßenbahnen  die zukünftige U2 kreuzen. Die Wiener Linien möchten dadurch Linien wie die U6, die U3 und den 13A entlasten, die neuen Umsteigemöglichkeiten sollen die täglichen Wege vieler Wiener verkürzen.

Die U5 wird zwischen Karlsplatz und Elterleinplatz fahren. Auf der Strecke vom Karlsplatz bis zum Rathaus werden die Stationen von der U2 übernommen, die erste neue U5-Station wird der Frankhplatz beim Alten AKH. Weiter geht es über den Anne-Carlsson-Park, wo man zu den Straßenbahnlinien 5, 33, 37, 38, 40, 41 und 42 umsteigen werden kann und über die U6-Station Michelbeuern bis zum Elterleinplatz im 17. Bezirk. Viele Wege werden sich durch das neue Liniennetz verkürzen, natürlich gibt es aber auch Strecken, die man nicht mehr so schnell zurücklegen kann. Möchte man etwa vom Schottenring zum Volkstheater fahren, muss man künftig entweder beim Rathaus umsteigen oder auf die langsamere Bim ausweichen.

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Vollautomatische Züge verlangen auch ein neues Design – gehalten in türkis, der Farbe der neuen Linie. Quelle: YF Architekten & Franz Architekten/Wiener Linien

Die U5 wird dabei die erste U-Bahn-Linie Wiens, die vollautomatisch unterwegs ist – also ohne Fahrer. Das kennst du vielleicht schon aus anderen Großstädten wie Paris oder Mailand, auf den Bahnsteigen gibt es Türen, die sich nur öffnen, wenn die U-Bahn gerade in der Station ist. Dadurch soll das sichere Ein- und Aussteigen gewährleistet werden, außerdem kann nichts auf die Gleise fallen und den Betrieb einschränken. Dazu versprechen die Wiener Linien neue Züge, die schnelleres Wenden und somit kürzere Intervalle möglich machen sollen.

Der Zeitplan

Eine U-Bahn kann man nicht von heute auf morgen bauen. Einen Zeitplan für den Ausbau gibt es natürlich, wann genau das Projekt fertiggestellt werden soll, kann noch nicht gesagt werden. 2018 haben die Bauarbeiten am Linienkreuz U2/U5 begonnen. Mit 2020 beginnt planmäßig der Bau der U5 bis zum Elterleinplatz, diese zweite Bauphase ist im Plan weiter oben strichliert eingezeichnet. Das erste Teilstück der U5 vom Karlsplatz bis zum Frankhplatz/Altes AKH wird nicht vor 2023 eröffnet werden – wenn du dich also schon gefreut hast, dass du bald mit der U-Bahn zum Unicampus fahren kannst, solltest du dir mit dem Studium wohl noch etwas Zeit lassen. „Ab 2028“ ist dann die geplante Eröffnung der U2 bis zum Wienerberg angesetzt, die Formulierung seitens der Wiener Linien lässt darauf schließen, dass es auch noch länger dauern könnte.

Wir dürfen also gespannt sein, wann das neue U-Bahn-Netz fertig sein wird. Hoffen wir, dass es hält, was es verspricht, und wir bald komfortabler, schneller und flexibler unterwegs sind.

 
 

veröffentlicht von benji

20. April 2017

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