Von Wiens drittlängster U-Bahnlinie

Die Station Donaumarina im 2. Wiener Gemeindebezirk. /// www.wikipedia.org/copyright Peter Gugerell
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von sebastian

5. Dezember 2018

WOHNEN & VERKEHR

Es war einmal ein Waldviertler in Wien, der sich in die Tiefen der U-Bahnschächte der U2 stürzte. Natürlich nur metaphorisch gesehen, denn ich möchte euch nur zeigen, was die drittlängste U-Bahnlinie zu bieten hat.

Von Seestadt bis Karlsplatz – die U2 fährt ratzfatz! 😉 Nach der U1 liegt uns natürlich auch die U2 am Herzen. Die „Lilane“ bringt täglich unzählige Menschen von A nach B. Aber wohin bringt mich die U2 genau? Diese Frage wollen wir dir beantworten.

Ganz kurz noch ein bisschen Geschichte

Ja, es muss sein! Aber ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten, keine Sorge! In den 1950ern errichteten immer mehr europäische Städte ein U-Bahnnetz, natürlich musste auch Wien da mithalten. Die damalige SPÖ-Stadtregierung sträubte sich anfangs vehement gegen die Vorschläge eines U-Bahnnetzes, weil in den Nachkriegsjahren der Wiederaufbau im Fokus stehen sollte. Wie sollte man das nun angehen?

Ganz einfach: Man baue einfach sogenannte „U-Strabas“ (Untergrundstraßenbahnen), weil Straßenbahnen waren ja erwünscht. Nur verliefen diese eben im Untergrund, man hat begonnen, Tunnel zu bauen – und eben diese Tunnel sind auch heute noch unsere U-Bahntunnel! 😉 Unter der sogenannten Zweierlinie wurde ebenfalls solch ein Tunnel gebaut und hatte vier unterirdische Stationen: Mariahilfer Straße (heute Museumsquartier), Burggasse (heute Volkstheater), Lerchenfelder Straße (wegen zu kurzem Abstand im Jahre 2003 aufgelassen) und Friedrich-Schmidt-Platz (heute Rathaus). Also man kann schon erahnen, dass das einmal die U2 wird! 😉

Am 30. August 1980 hat es dann endlich „Hallo, neue U2“ geheißen: Die neue U-Bahnlinie fuhr vom Karlsplatz bis zum Schottenring, man muss jedoch dazu sagen, dass diese Strecke zu Beginn nicht wirklich stark frequentiert war. Erst als dann die U3 dazukam, zahlte sich die U2 so richtig aus. Und heute wäre sie aus dem Wiener U-Bahnnetz gar nicht mehr wegzudenken!

Chronologisch vom Zentrum nach Nord-Osten

Karlsplatz – Museumsquartier – Volkstheater – Rathaus – Schottentor – Schottenring – Taborstraße – Praterstern – Messe-Prater – Krieau – Stadion – Donaumarina – Donaustadtbrücke – Stadlau – Hardeggasse – Donauspital – Aspernstraße – Hausfeldstraße – Aspern Nord – Seestadt

Ich kann leider nicht über jede einzelne Station schreiben, da ich sonst das Textfeld sprengen würde. Deswegen beschreibe ich nur die wichtigsten! 😉

…Den Ring entlang…

Vom Karlsplatz aus kommst du überall hin. Doch bevor wir in die U2 steigen und weiterfahren: Hier erreichst du bequem die Staatsoper und die Karlskirche (wo es einen suuuuuper Adventmarkt im Winter gibt). Du kannst auch wunderbar essen am Karlsplatz. Klickt euch einfach ein bisschen durch, der Karlsplatz kam schon des Öfteren bei uns vor!

Museumsquartier. Auch mit Mariahilfer Straße betitelt, denn hier beginnt die beliebte Einkaufsmeile. Aber wenn du ein begeisterter Museumsbesucher bist, dann ist das hier genau der richtige Ort für dich. Hier findest du:

  • MUMOK (Museum moderner Kunst)
  • Leopold Museum
  • Kunsthalle Wien
  • Architekturzentrum Wien
  • Tanzquartier Wien
  • ZOOM Kindermuseum

und natürlich noch andere tolle Freizeitbeschäftigungen!

Beim Volkstheater kreuzt die U2 die U3, deswegen ist hier immer was los. Wenn ich mich auf den Weg zur Uni mache, ist die U-Bahn spätestens hier „bummvoll“! Diese Station ist ein richtiges Kunstwerk. Gemälde vom tschechoslowakischen Künstler Anton Lehmden schmücken die sonst so kahle Station aus. Auffällig ist auch das bunte Mosaik, welches von Absolventen einer italienischen Mosaik-Schule mühevoll erarbeitet wurde.

Die Station Rathaus liegt direkt unter der Landesgerichtsstraße zwischen dem 8. und dem 1. Wiener Gemeindebezirk. Ab dem Jahr 2024 soll diese Station nicht mehr zur U2, sondern zur neuen Linie U5 gehören.

Schottentor – Universität. Diese Station kennen die meisten Studenten der Hauptuni. Der Personenandrang ist hier zu gewissen Zeiten enorm, weil sich hier ein regelrechtes Drehkreuz der Wiener Öffis befindet. Viele Straßenbahn- und Buslinien beginnen beziehungsweise enden hier. Da kann es einem kleinen Waldviertler schon einmal zu viel werden, denn im Zwettler City-Bus ist sicher weniger los! 😉

Ähnlich, aber eben nicht gleich, nennt sich die nächste Station: Schottenring. Hier trifft die U2 auf die U4, natürlich auch ein wichtiger Knotenpunkt in Wien. Die Station liegt teilweise unterm Donaukanal, also falls es mal von der Decke tropfen sollte: Lauf! 😉 Anfang der 2000er traf sich hier die Wiener Partyszene, Grund dafür war das flex. Auch heute noch feiert dort die Wiener Partyszene, vielleicht schaust du einfach mal vorbei?

…Im 2. Wiener Gemeindebezirk…

Beim Praterstern wird jeder schon einmal gewesen sein, oder nicht? Hier kreuzt die U2 erneut die U1, aber auch der Zugverkehr macht diese Station zu einer nicht mehr wegzudenkenden Größe der Wiener Nah- und Fernverkehrsszene. Und natürlich nicht zu vergessen: Da is‘ der Prater! Erholungsgebiet und kulinarische Oase zugleich. Und wer den Adrenalinkick sucht, ist hier auch goldrichtig!

U2_Praterstern

Der Bahnhof Praterstern – und da unter der Erde fährt auch irgendwo die U2! /// www.wikipedia.org/copyright Peter Gugerell

In der Krieau erblickt die U2 erstmals das Licht der Welt. Seit der Verlängerung im Jahre 2008 ist die Krieau ein fester Bestandteil unserer U2. Wir entfernen uns nun immer weiter hinaus aus der Innenstadt und nicht Jedermann wird sagen können, hier schon einmal gewesen zu sein. Nennenswert ist hier die Umstiegsmöglichkeit zur Vienna Airport Line, die dich im Halbstundentakt nach Wien-Schwechat bringt.

Weiter geht’s zum Stadion, besser gesagt zum Ernst-Happel-Stadion. Denn davon leitet sich der Name dieser U-Bahnstation ab. Bekannt für unzählige Fußballspiele finden auch immer häufiger Konzerte statt. 2019 kommen unter anderem Bon Jovi, P!nk, Rammstein und Metallica ins Stadion – wie du dort hinkommst, weißt du ja jetzt schon. 😉 Oft in Vergessenheit gerät das Stadioncenter. Es handelt sich hierbei um ein Einkaufzentrum, welches direkt an der U-Bahnstation liegt. Das Einkaufen macht dort aufgrund der überschaubaren Größe sehr viel Spaß.

…Im 22. Wiener Gemeindebezirk…

Wir haben die Donau nun überquert und befinden uns im 22. Bezirk, genauer gesagt bei der U-Bahnstation Donaustadtbrücke. Seit 2010 fahren hier die U-Bahnzüge im Minutentakt. Durch die Lage direkt über der Donauuferautobahn und der unweit entfernten Südosttangente stieg die Anzahl der Fahrgäste sehr schnell an, was unter anderem die Schließung der S-Bahnstation Lobau bedeutete.

U2_Donaustadtbrücke

Die U2 überquert die Donau. /// www.wikipedia.org/copyright Tokfo

Was bei der Station Hardeggasse diskutiert wurde, ist eigentlich zum Schmunzeln. Nachdem die Bauarbeiten fast abgeschlossen waren und man mit der Beschilderung begonnen hat, stellte sich eine „wichtige“ Frage. Laut neuer deutscher Rechtschreibung aus dem Jahre 1996 müsste es Hardegggasse heißen. Dies wurde jedoch einfach übersehen und heute nennen wir sie halt Hardeggasse. Was da wohl die Germanisten dazu sagen! 😉

Die Station Donauspital verdankt ihren Namen dem gleichnamigen Spital. Offiziell wird es Sozialmedizinisches Zentrum Ost – kurz SMZ Ost genannt. Nach dem Wiener AKH ist dieses Spital das zweitgrößte der Stadt Wien. In rund 1000 Betten werden jährlich weit über 400.000 Patienten ambulant und stationär von knapp 3.000 Bediensteten betreut.

Aspernstraße – Endstation bis zum Jahre 2013. Nicht ganz, denn heute hält hier immer noch zirka jeder zweite Zug aufgrund der niedrigen Fahrgastfrequenz. Es handelt sich hierbei um einen östlichen Verkehrsknotenpunkt, der von umliegenden Buslinien angefahren wird und somit das östliche Umland mit der Wiener U-Bahn verbindet.

So, jetzt aber wirklich Endstation: Seestadt. Bitte alle aussteigen heißt es hier. Hier wird gebaut, und zwar so richtig: Man möchte einen völlig neuen Stadtteil schaffen. Wohnen und Arbeiten soll hier möglich gemacht werden, um den 22. Bezirk attraktiver zu gestalten. Und mit dem Anschluss an das Wiener U-Bahnnetz hat die Stadt sicher einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht! 😉

U2_Seestadt

Endstation Seestadt – man merkt, dass die Station noch nicht alt ist. /// www.wikipedia.org/copyright Peter Gugerell

Ein Fazit von der U2?

Gedauert hat’s 30 Minuten und 24 Sekunden, um vom Karlsplatz bis in die Seestadt zu fahren. Auf diesen 17,2 Kilometern (20 Stationen) kann man einiges erleben. Nicht nur der Stadtkern ist interessant, sondern auch im Stadion oder im Stadioncenter kann man seine Nachmittage oder Abende verbringen. Spazieren auf dem Pratergelände oder ein Besuch der Oma im SMZ Ost? Ganz egal, die U2 bringt dich sicher von A nach B! Falls es noch etwas Nennenswertes zu erwähnen gibt, ab damit in die Kommentare! 😉

 

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von sebastian

5. Dezember 2018

WOHNEN & VERKEHR
Einer der Wiener Randbezirke, aber trotzdem mittendrin im Geschehen: Favoriten. Im Norden der totale City-Wahnsinn, im Süden pure Idylle. Alleine deswegen hat er Potenzial zum "Favoriten" aller Bezirke, oder?