Von Wiens viertlängster U-Bahnlinie

Die U4-Station Karlsplatz, typisch für den Stil von Otto Wagner. /// www.wikipedia.org/copyright Felix König
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veröffentlicht von sebastian

17. Januar 2019

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20 Stationen, 16,5 Kilometer: Das ist die U-Bahnlinie U4 in Wien. Zahlen kann ich nachlesen, was bringt mir die U4 aber in der Praxis? Lies weiter und erfahre alles Wichtige für die Fahrt mit der U4.

„Steigen Sie nicht mehr ein!“ – Doch, wir würden schon noch gerne einsteigen, und zwar heute in die U4. Nach der U1 und der U2 mache ich nun mit der U4 weiter. Keine Sorge: Es kommen alle irgendwann einmal dran. Was so besonders an der „Grünen“ ist und welche Hot-Spots sie zu bieten hat, zeigen wir dir jetzt!

Ganz kurz noch ein bisschen Geschichte

Muss natürlich auch wieder sein, aber ich versuche, mich ganz kurz zu halten! Mit dem Bau begann man schon recht früh, nämlich bereits in den 1890er Jahren. Damals hieß es noch Stadtbahn. Dampfzüge verkehrten auf zwei Linien quer durch die Stadt. Diese trugen die Namen „Wienthallinie“ und „Donaucanallinie“ (liebe DeutschlehrerInnen, Rotstifte bitte eingesteckt lassen, die hießen damals wirklich so!). Daraus ergibt sich unsere heutige U4, zumindest teilweise.

Ab 1976 durfte sich ein kleines Stückchen, nämlich jenes von Heiligenstadt bis Friedensbrücke, auch endlich U4 nennen und wurde mit der typischen, grünen Linienfarbe versehen. Stück für Stück wurde die Strecke für den U-Bahnbetrieb eingerichtet und 1995 bzw. 1996 hieß es dann endlich: U4 von Hütteldorf bis Heiligenstadt!

Und weil wir schon bei Geschichte sind: Bezüglich Wiener U-Bahn kommt einem immer wieder der Name Otto Wagner unter. Auch in den folgenden Absätzen habe ich ihn ein paar mal erwähnt, weil er unter anderem für das Design einiger U-Bahnstation verantwortlich ist. Doch wer war Otto Wagner wirklich? Er war einer der bedeutendsten, österreichischen Architekten und unter anderem zu einem Großteil zuständig für die Stadtplanung Wiens. Sein Name kommt dir in Wien mit Sicherheit ein paar Mal unter, auf ihn können wir als Österreicher wirklich stolz sein!

Chronologisch von West nach Nord

Hütteldorf – Ober St. Veit – Unter St. Veit – Braunschweiggasse – Hietzing – Schönbrunn – Meidling Hauptstraße – Längenfeldgasse – Margaretengürtel – Pilgramgasse – Kettenbrückengasse – Karlsplatz – Stadtpark – Landstraße – Schwedenplatz – Schottenring – Roßauer Lände – Friedensbrücke – Spittelau – Heiligenstadt

Wieder einmal kann ich nur sagen, dass das Einbringen jeder einzelnen U-Bahnstation ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ich habe mich wieder auf die Highlights spezialisiert und versucht, nichts Wichtiges auszulassen.

…Im 14. Wiener Gemeindebezirk…

Beginnen wir bei der im Westen liegenden Endstation Hütteldorf. Für den westlichen Fernverkehr ist diese Station nicht mehr wegzudenken. Züge fahren von hier beispielsweise nach St. Pölten oder Linz. Auch einige wichtige S-Bahnlinien und Busse machen hier Halt. Ein wahres Drehkreuz Wiens. Hier wird’s auch ganz schön grün, und das kann dreideutig gesehen werden: Erstens wird’s hier schon ein bisschen ländlicher, zweitens ist die Signalfarbe der U-Bahnlinie grün und DRITTENS – der SK Rapid Wien hat hier sein geliebtes Stadion. Nicht selten kommt es vor, dass die Waggons voll mit lallenden Fans, eingewickelt in grün-weiße Schals, sind.

allianzstadion

Das Allianzstadion, auch Weststadion genannt, in action! /// www.wikipedia.org/copyright Chivista

…Im 13. Wiener Gemeindebezirk…

Die darauffolgenden Stationen Ober St. Veit, Unter St. Veit und Braunschweiggasse kommen dir sicher aus der Waldviertler Fahrgemeinschaftsszene bekannt vor. Parallel verlaufend findet sich hier die bekannte Auhofstraße, in der gratis parken möglich ist. Aber wer weiß wie lange noch?

Nächster Halt, next stop: Hietzing. Wissen vielleicht viele nicht, aber hier musst du aussteigen, wenn du in den Tiergarten Schönbrunn möchtest. Dies wurde lange Zeit durch einen kleinen Elefanten gekennzeichnet, der sich aber heute nicht mehr auf jedem Plan findet. Wäre aber sicher nicht schlecht für viele Touristen!

Nun kommen wir zur Station Schönbrunn. Steigst du hier aus, kommst du am schnellsten zum Schloss Schönbrunn. In der Adventszeit findest du hier einen tollen Adventmarkt. Also raus mit euch und hinein in ein weihnachtliches Abenteuer! Diese Station ist außerdem eine von zwei fast vollständig erhaltenen Station im Stil von Otto Wagner. Viele andere haben jenen Stil nur teilweise beibehalten.

…Im 12. Wiener Gemeindebezirk…

In Meidling, pardon, MeidLing (richtige Aussprache, bittesehr) finden wir die Station MeidLing Hauptstraße. Typisch ist hier die Lange EinkaufsmeiLe, die denseLben Namen wie die U-Bahnstation trägt. Wichtig zu nennen ist hier natürLich auch noch das U4, ein absoLuter Hot-Spot der Wiener Partyszene. Was es sonst noch zu erLeben gibt, kannst du im Beitrag MeidLing – Der 12. Wiener Gemeindebezirk nachLesen.

Jetzt zügeLn wir unsere Zunge wieder und widmen uns der Längenfeldgasse. Hier kreuzt die U4 erstmals die U6. Diese Station mag zuerst ein bisschen verwirrend sein, da sich hier zwei verschiedene U-Bahnlinien einen Bahnsteig teilen. Du brauchst also, wenn du von Hütteldorf in Richtung Heiligenstadt fährst, nur den Bahnsteig zu überqueren und sitzt direkt in der U-Bahn Richtung Floridsdorf. Hast du den Dreh einmal raus, ist das kein Problem und kannst das sicher zu deinem Vorteil nutzen.

längenfeldgasse

Station Längenfeldgasse: In der Mitte die Züge der U4, rechts und links davon die der U6. /// www.wikipedia.org/unknown user

…Im 5. Wiener Gemeindebezirk

Wir überspringen Bezirk Nummer 6 und kommen direkt zur Station Pilgramgasse. Hier befindet sich das Bezirksmuseum Margareten. Wenn du etwas über den Bezirk und seine Geschichte erfahren willst, solltest du hier auf jeden Fall Halt machen. Nur wenige Gehminuten entfernt finden wir auch den Waldviertler Hof. Vermisst du nicht auch ab und zu deine Heimat? Back to the roots kannst du dir hier einige köstliche Schmankerl gönnen.

Kettenbrückengasse. Wir kommen allmählich ins Zentrum hinein. An dieser Station startet/endet der geliebte Naschmarkt. Dieser befindet sich aber, um genau zu sein, im 6. Bezirk. Aber was soll’s, der Naschmarkt ist immer einen Besuch wert!

…Im 1. Wiener Gemeindebezirk

Nun erreichen wir, nicht zum ersten Mal in dieser U-Bahnserie, den Karlsplatz. Was kann ich noch dazu sagen? In den anderen Artikeln habe ich bereits ausführlich über den Karlsplatz berichtet. Ich fasse ihn einfach einmal in Zahlen zusammen:

  • Durch die Opernpassage laufen täglich rund 300.000 Menschen
  • 233.000 Fahrgäste steigen hier täglich in andere Verkehrsmittel um
  • Hier kreuzen sich 3 U-Bahnlinien, das gibt’s sonst nirgendwo in Wien: U1, U2 und U4
  • Die tiefste Stelle der Station befindet sich 24,63 Meter unter der Erde
  • Insgesamt treffen sich hier 24 Bahn- und Buslinien jeglicher Art

…Im 3. Wiener Gemeindebezirk

Stadtpark: Eine Grünoase spricht für sich. Die zweite Station, die fast zur Gänze im Otto-Wagner-Stil erhalten ist. Hier ist es nicht mehr weit zur Universität für Musik und darstellende Kunst sowie zum Wiener Konzerthaus.

stadtpark

Die Station Stadtpark, auch typisch: Der Otto-Wagner-Stil. /// www.wikipedia.org/copyright My Friend

Wieder erreichen wir einen zentralen Wiener Verkehrsknotenpunkt: Landstraße – Bahnhof Wien Mitte. Unzählige Passagiere durchqueren diese Station tagtäglich, weil es als regelrechtes Drehkreuz in alle Himmelsrichtungen fungiert. Außerdem hast du hier die Möglichkeit, in die U3 umzusteigen. Direkt über der Station befindet sich The Mall, ein großes Einkaufszentrum. Einmal den Wienfluss überquert tummeln sich viele Studenten an der Universität für angewandte Kunst.

…Im 9. Wiener Gemeindebezirk…

Ich mache jetzt einen etwas größeren Sprung, nicht weil ich die Stationen Schwedenplatz und Schottenring  unwichtig finde, sondern weil ich darüber bereits ausführlich in anderen Artikeln der U-Bahnserie berichtet habe. Mein nächster Fokus liegt auf der Roßauer Lände. Benannt nach dem Bezirksteil Rossau finden sich hier in der Nähe beispielsweise der Augarten oder das Sigmund-Freud-Museum.

Nicht weit entfernt von der U4-Station Friedensbrücke liegt der Franz-Josefs-Bahnhof, gleichzeitig Endstation jenes Zuges, der aus Krems an der Donau kommt. Hier triffst du sicher irgendeinen Waldviertler, der gerade kommt oder schon wieder nach Hause fährt.

Wir nähern uns langsam dem Ende zu, vorher kommt noch die Station Spittelau. Hier treffen sich erneut U4 und U6, was sich in der Anzahl der Fahrgäste deutlich widerspiegelt. Auf der Suche nach Zwettler Bier wirst du hier bestimmt fündig, denn die Brandauers Bierbögen liegen nicht weit entfernt. Mach dich auf den Weg, um ein kühles Blondes zu genießen! 😉

spittelau

Ein Steak mit Zwettler Bier im Brandauers, was gibt es Schöneres? /// www.zwettler.at

…Im 19. Wiener Gemeindebezirk…

Heiligenstadt: Endstation. Auch hier fahren viele Regional- und Schnellbahnzüge durch, unter anderem jener von Krems an der Donau kommend. Bis 1996 hatte die U6 hier ihre Endstation, doch nach der Verlängerung der U6 bis Floridsdorf wurde die Strecke über Spittelau umgeleitet.

Ein Fazit von der U4?

Als Verbindung zwischen vielen wichtigen Verkehrsknotenpunkten bringt die U4 tagtäglich unzählige Menschen von A nach B. Vom Tiergarten Schönbrunn zum Naschmarkt? Dann vielleicht noch ein kurzer Spaziergang durch den Stadtpark und ein Eis am Schwedenplatz? Und als krönenden Abschluss kannst du dir bei den Bierbögen ein gutes Zwettler Bier kaufen – ohne umsteigen! 29 Minuten und 23 Sekunden habe ich von Hütteldorf nach Heiligenstadt gebraucht. Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Lass es uns auf jeden Fall wissen!

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von Carina

17. Januar 2019

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