Wo Parken in Wien noch leistbar ist

Wo kann ich in Wien nur günstig mein Auto parken? © Omar Prestwich / Unsplash
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von david

25. Oktober 2018

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Autofahren in Wien ist anstrengend. Mindestens so anstrengend ist die Suche nach einem Parkplatz. Zumindest beim zweiten Schritt können wir Abhilfe schaffen: Mit den günstigsten Parkmöglichkeiten in Wien.

Autofahren ist Wien ist ja generell eine Geduldsprobe. Ein Auto muss aber nicht nur fahren, sondern auch irgendwo parken. Autofahrer müssen also einen Parkplatz finden und ihn dann auch noch irgendwie bezahlen. Denn: Parken in Wien kann teuer werden. Ziemlich teuer. In manchen innerstädtischen Parkgaragen kostet eine Stunde parken fünf Euro.

Speziell für Waldviertler in Wien, die auf das Auto angewiesen sind und dadurch von vornherein schon viel zu viel Geld für Benzin und Diesel ausgeben, sind hohe Parkpreise einfach nur nervig. Egal, ob die Parkgebühr schwer oder leicht in der Tasche liegt. Geld ist schließlich Geld. Das lässt sich in sehr viel Sinnvolleres investieren. Zum Beispiel Alkohol. Oder Kinobesuche, Sprachkurse und Essen.

Wir haben uns umgeschaut, wo es in Wien günstige Parkmöglichkeiten gibt. Kostenlose gibt es jedenfalls kaum und wenn dann nur mit Einschränkungen. Dazu später aber mehr.

Wer in Wien wohnt, für den ist ein Parkplatz in der eigenen Wohnanlage natürlich ein Traum. Dann erübrigt sich dieser Artikel. In der Regel bleibt dieser eigene Parkplatz aber eine Seltenheit.

Parkhäuser am Rand Wiens

Die verhältnismäßig günstigste Parkmöglichkeit in Wien sind Parkhäuser am äußeren Rand der Stadt. An Bahnhöfen heißen sie Park and Ride Häuser. Im Endeffekt sind das auch nur Parkhäuser, die an Bahnhöfe angeschlossen sind. Für Pendler sind sie jedenfalls eine besonders angenehme Parkmöglichkeit. Der Weg vom Auto zum Bahnsteig ist im Regelfall nämlich extrem kurz.

Am Rande Wiens ist Parken noch günstiger. © Logan Walker / Unsplash

Ein Parkplatz in einem Parkhaus kostet fast immer einen bestimmten Tagessatz. In Wien liegt er zwischen drei und zehn Euro pro Tag. Allein der Preis ist aber nie das ausschlaggebende Kriterium für oder gegen ein Parkhaus. Es zählt auch die Erreichbarkeit. Ein Parkhaus am anderen Ende Wiens bringt relativ wenig.

Einige Parkhäuser bieten auch vergünstigte Wochen-, Monats –und Jahrestarife. Ein Jahr Parken im Park and Ride Spittelau kostet zum Beispiel 636 Euro – Das sind umgerechnet 1,70 Euro pro Tag. Ein annehmbarer Preis. Ein Monat Parken kostet rund 63 Euro, eine Woche gut 17 Euro.

Das P+R Spittelau ist vom Waldviertel aus super erreichbar. © Google Earth

Apropos Park and Ride: In P+R (Park + Ride) Parkhäusern gibt es oft Kombitickets mit den Wiener Linien oder den ÖBB zu kaufen. Die bieten Ermäßigungen – entweder bei der Parkgebühr oder beim Ticketpreis. In jedem Fall ist Parken und Ticket in Kombination günstiger als einzeln.

Teilweise vermieten auch Privatpersonen Parkplätze in Parkgaragen. Die sind zwar oft teurer als kommerzielle Parkhäuser, ein Blick auf Plattformen wie Willhaben kann aber nicht schaden.

Was sind also die günstigsten Parkhäuser Wiens? Wir haben einige günstige Parkhäuser an den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Wiens gesucht. Vor allem für Wochenendpendler bietet sie halbwegs akzeptable Parkgebühren. Kostenlos sind die Parkplätze aber leider auch nicht.

 

Parkhaus

Adresse

Preis

P + R Spittelau Spittelauer Lände 12, 1190 Wien 3,40 Euro pro Tag
P + R Erdberg Franzosengraben 2, 1030 Wien 3,40 Euro pro Tag
P + R Ottakring Huttengasse 41, 1160 Wien 3,50 Euro pro Tag
P + R Muthgasse Muthgasse 42, 1190 Wien 4,00 Euro pro Tag
Business-Center BC20 Winarskystraße 9, 1200 Wien 6,00 Euro pro Tag

 

Parkmöglichkeiten in der Innenstadt

Gut. Vom Stadtrand bewegen wir uns in Richtung Innenstadt. Dort ist Parkfläche schon wesentlich teurer. Je weiter es in die Innenstadt hinein geht, desto teurer wird Parken im Durchschnitt. Zum Verzweifeln ist die Situation dann aber auch nicht. Immerhin ein paar „günstige“ Parkhäuser gibt es schon. Im Vergleich zu denen am Stadtrand sind sie zwar alles andere als günstig, für ein paar Stunden Parken sind die Preise aber in Ordnung.

Länger als ein paar Stunden sollten es aber nicht werden. Werden am äußeren Rand Wiens noch vier Euro pro Tag fällig, sind es hier schon bis zu vier Euro pro Stunde. Wer also zehn Stunden parkt, zahlt am Ende des Tages schon einmal 40 Euro.

Nichtsdestotrotz haben wir uns auch in der Innenstadt auf die Suche gemacht und einige Parkmöglichkeiten gefunden.

 

Parkhaus

Adresse

Preis

Muesumsquartier Muesumsplatz 1, 1070 Wien 2,00 Euro pro Stunde
Kärnterringgasse Mahlerstraße 6-8, 1010 Wien 2,50 Euro pro Stunde
Hamerlingplatz Tiefgarage Hamerlingplatz, 1080 Wien 3,00 Euro pro Stunde
Tiefgarage Schlesingerplatz Schlesingerplatz, 1080 Wien 3,00 Euro pro Stunde
Neubau-Garage Neubaugasse 47, 1070 Wien 3,50 Euro pro Stunde.

 

Öffentliche Parkplätze

Manchmal erlauben es die Umstände einfach nicht, das Auto in eine Parkgarage zu stellen. Ein Umzug Zum Beispiel. Oder eine Übernachtung. Dann sind öffentliche Parkplätze eine Alternative. Im 13., 19. und 21.-23. Bezirk sind sie sogar mehr als eine Alternative. Eher die beste Möglichkeit. Dort ist öffentliches Parken nämlich kostenlos.

In allen anderen Bezirken gilt eine Kurzparkzone. Sie gilt tagsüber von 9 bis 18 Uhr bzw. 9 bis 22 Uhr, je nach Bezirk. Die genauen Zeiten für die jeweiligen Bezirke findest du auf der Website der Stadt Wien aufgelistet. Wer tagsüber zu diesen Zeiten irgendwo im Bezirk parken will, braucht einen Parkschein. Damit kostet eine Stunde Parken 2,10 Euro. Das ist günstiger, als so manches Parkhaus. Aber: Auch mit Parkschein dürfen Autofahrer nicht unbegrenzt lange parken. Der Name Kurzparkzone kommt ja nicht von irgendwo. Detailinfos zu den einzelnen Bezirken findest du wieder bei der Stadt Wien. Nachts und am Wochenende gilt die Kurzparkzone in den meisten Bezirken nicht. Das bedeutet: Zumindest temporär ist Parken kostenlos.

Auch öffentliche Parkplätze können eine Option sein. © Tom Grimbert / Unsplash

Im öffentlichen Raum ist es allerdings weit schwieriger, einen Parkplatz zu finden, als in einem Parkhaus. Außerdem steht das Auto öffentlich herum. Sprich: Jeder sieht es und jeder kann es beschädigen. Nicht unbedingt ein Vorteil. Andererseits ist der Weg zum eigenen Auto tendenziell kürzer. Ein zweischneidiges Schwert also.

Wer in Wien wohnt, kann ein eigenes Parkpickerl für Anrainer beantragen. Damit dürfen Autofahrer in ihrem Heimatbezirk so lange parken, wie sie wollen. Dieses Bewohner-Parkpickerl kostet monatlich 7,50 bis 10,00 Euro. Erstaunlich günstig also. Dass öffentliches Parken auch Nachteile hat – wie die Parkplatzsuche, das Sicherheitsrisiko und die Tatsache, dass das Bewohner-Parkpickerl nur im eigenen Bezirk gilt – sollte allerdings nicht in Vergessenheit geraten.

Zum Parkpickerl-System in Wien gibt es auch einen eigenen, ausführlicheren Artikel von uns.

Der Joker: Parken außerhalb Wiens

Viele Waldviertler pendeln jede Woche mit dem Auto nach Wien. In der Stadt selbst benutzen sie ihr Auto dann aber kaum. Einfach, weil sie die Öffis viel angenehmer finden und viele Wege auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar sind. Dann ist eine weitere Möglichkeit, das Auto an ganz einfach einem Bahnhof kurz vor Wien zu parken.

Außerhalb Wiens zu parken, kann deutlich billiger als in der Stadt selbst sein. © Tobias Tullius / Unsplash

In Klosterneuburg zum Beispiel. Dort gibt es einen kostenlosen Parkplatz direkt beim Bahnhof. Die einzigen Kosten, die anfallen, sind die Zugtickets nach Wien und zurück nach Klosterneuburg. Jene Menschen ausgenommen, die bereits eine Jahres- oder Monatskarte für die ÖBB besitzen. Die zahlen gar nichts zusätzlich.

Ok, und wie finde ich jetzt den günstigsten Parkplatz in meiner Nähe?

All dieses Wissen über Parkplätze in Wien ist ja gut und schön. Aber irgendwie gehört es auch angewendet. Um zu zeigen, wie das geht, hier ein Beispiel.

Angenommen, du wohnst im 18. Bezirk und suchst einen Parkplatz für dein Auto. Das kann entweder ein eigener Parkplatz in oder bei einer Wohnanlage sein oder ein Parkhaus.

Für ein Parkhaus: Einfach Mal „Parkhaus 1180 Wien“ in Google eingeben und schauen, was die Suchmaschine ausspuckt. Tendenziell liegen die teuren Möglichkeiten weiter vorne. Das erste Parkhaus, das Google bei mir gefunden hat, kostet zum Beispiel 2,80 Euro pro 45 Minuten. Nicht unbedingt günstig. Für ein paar Stunden in Ordnung. Auf Dauer aber nix.

Für längerfristiges Parken ist es besser, auf spezielle Suchmaschinen zurückzugreifen. Da scheinen auch Privatparkplätze auf. Die wohl bekannteste Plattform ist willhaben.at mit einer eigenen Kategorie für Autostellplätze. Das erste Ergebnis bei meinen Recherchen ist hier ein Tiefgaragenplatz unter einer Wohnhausanlage im 18. Bezirk um 119 Euro im Monat. Direkt darunter ein Platz um 98 Euro im Monat. Bei beiden werden aber 50 Euro Kaution fällig.

Eine andere Webseite, die mir bei den Recherchen für diesen Artikel aufgefallen ist, ist parkplatzsuche.at. Die Seite kennt Parkhäuser sowie Privatparkplätze und zeigt alle eingetragenen Optionen nahe der angegebenen Adresse an. Auch hier liegt der Preis um die 100 Euro pro Monat für einen Garagenplatz im 18. In Gürtelnähe sind es sogar fast 200 Euro.

Ein Screenshot meiner Parkplatzsuche auf parkplatzsuche.at.

Wer einen Parkplatz sucht, kann zu Beginn also einfach einmal das Internet durchforsten. Vielleicht ist ein geeigneter Parkplatz dabei. Wenn nicht, ist Freunde zu fragen auch eine Möglichkeit. Sofern sie ein Auto haben, kennen sie womöglich einen Tipp. In jedem Fall sinnvoll ist auch, sich über das Parkpickerl-System zu informieren. In manchen Fällen ist es wirklich günstiger, öffentlich zu parken.

Fun Fact: Teilweise gibt es in Wien auch sogenannte Stapelparkplätze. Dabei parken die Autos wie in einem Regal, das rauf und runter fahren kann. Klingt im ersten Moment ziemlich absurd und witzig. Im Endeffekt sind das aber auch nur ganz normale Parkplätze. Platzsparend angelegt eben.

Insgesamt…

gibt es also viele Parkmöglichkeiten in Wien. Einige davon sind sogar halbwegs leistbar. Wer in der Großstadt mit dem Auto fährt, der muss aber in jedem Fall mit Kosten rechnen. Autofahren in der Stadt – wenn auch nur am äußeren Rand – ist immer ein Kompromiss. Ein Kompromiss zwischen Kosten und Nutzen.

 
Zwettler Zwickl
Zwettler Zwickl
 

veröffentlicht von david

25. Oktober 2018

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