Wohnen und Einrichten

Unsplash / Deborah Cortelazzi
WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von Julia

31. Juli 2020

WOHNEN & VERKEHR

Die eigenen vier Wände sind ein wichtiger Rückzugsort, um die Batterien wieder aufzuladen. Wir geben euch mit Hartl Haus einige Tipps, mit denen ihr eure Wohnung optimal einrichten könnt.

Architektin DI Sonja Ableitinger von Hartl Haus hat uns bereits einige Tipps zu Farbgestaltung in der Wohnung verraten. Auch bei allgemeinen Einrichtungsbelangen zum Thema Wohnen und Einrichten steht sie uns nun zur Seite – und zeigt euch, wie ihr mit wenigen Handgriffen die Wohnung perfekt an eure Bedürfnisse anpassen könnt.

Manchen steht der Sinn nach einer Ruheoase, in die man nach einem anstrengenden Tag nach Arbeit oder Studium entfliehen kann. Andere haben zahlreiche Hobbys und brauchen dafür viel Stauraum und eine durchdachte Raumaufteilung. So kann sich bestimmt jede*r von euch ein paar Tipps aus der Praxis abschauen und so das Beste aus der Wohnung herausholen!

1. Beleuchtung

Das Licht spielt eine große Rolle zur Herstellung von Atmosphäre und will deshalb gut überlegt sein. Kontrast, Lichtfarbe und Helligkeit lassen die Wohnung ganz unterschiedlich wirken. Es gibt eine Faustregel, mit der die richtige Lichtgestaltung ganz einfach gemacht wird. Durch eine Mischung von Lichtquellen gelingt eine gute Ausgewogenheit: diese sind Hintergrundbeleuchtung, Arbeitsbeleuchtung und Lichtakzente.

Für den Hintergrund verwendet ihr am besten eine Deckenleuchte oder einen sogenannten Deckenfluter, der die Decke oder auch Wand beleuchtet und so angenehmes indirektes Licht herstellt. Das indirekte Licht ist dabei weich, unaufdringlich und wirft kaum Schatten.

Sonja Ableitinger verrät uns außerdem einen Tipp für Licht im Gangbereich:
Als Beleuchtung für Gangbereiche eigenen sich mehrere Spots besser als eine einzelne Deckenleuchte, da der Gang damit besser ausgeleuchtet wird. Länger wirkt der Gang, wenn die Spots in einer Linie hintereinander angeordnet sind, versetzt zueinander wirkt der Gang breiter und freundlicher.“

Aber Achtung: weil dieses Licht besonders in den Wohnräumen so gemütlich erscheint, ermüden wir dadurch schneller. Deshalb ist die Arbeitsbeleuchtung besonders wichtig, die man durch Stehleuchten oder Strahler herstellen kann. Neben diesen eher im Hintergrund gehaltenen Lichtern ist für den Schreibtisch oder auch die Küche Funktionslicht für bessere Konzentration unerlässlich.

Zuletzt nehmen wir noch das Akzentlicht genauer unter die Lupe: es sorgt in einem weich ausgeleuchteten Zimmer für Abwechslung. Durch punktuell eingesetztes Licht könnt ihr Möbel oder besondere Details in der Wohnung hervorstechen lassen.

Unsplash / Grant

2. Möbel

Für viele sind sie beim Wohnen und Einrichten das eigentliche Hauptaugenmerk der Wohnung – die Möbelstücke. Wir haben für euch die wichtigsten Tipps für die jeweiligen Wohnräume gesammelt.

Wohnzimmer und Küche

Für ein stimmiges Gesamtbild ist eine Sitzecke im Wohnzimmer sehr wichtig. Viele verbringen ihre Freizeit hauptsächlich dort – wenn Gäste kommen, ist dieses Zimmer das Zentrum des Geschehens. Je nach Platz und Aufteilung eures Wohnzimmers bietet sich eine (Schlaf-) Couch, eine Sitzgruppe aus kleineren Sofas oder bei wenig Platz eine Ansammlung von Sesseln oder Hockern an.

Bei vielen ist das Wohnzimmer gleichzeitig Esszimmer oder vielleicht auch Küche. Der Esstisch in Herdnähe stellt für kleine Kochnischen zusätzliche Arbeitsfläche her.
„Umso weniger Platz zur Verfügung steht, umso mehr lohnt es sich, in multifunktionale Möbel zu investieren: so kann das Bett am Tag schnell in eine gemütliche Couch verwandelt werden und der Esstisch zum Arbeitstisch umfunktioniert werden.“

Damit die Wohnküche auch wirklich wohnlich wirkt, ist beim Thema Wohnen und Einrichten eine gut abgestimmte Kombination von Möbeln und auch Farben wichtig. So wird die Küche ganz leicht zur unaufdringlichen Erweiterung des Wohnbereiches.

Freistehende Möbel bewirken eine weitreichende Raumwirkung. Mit Akzentfarben oder auffälligen Mustern kann man ganz einfach Kontraste herstellen. Sonja Ableitinger weiß dazu außerdem:
Aufpeppen kann man mit ausgewählten, bunten Stühlen in unterschiedlichen Qualitäten zum Arbeiten, Essen oder Chillen oder einem Lieblingsbild, das einen gut beleuchteten, markanten Platz in der Wohnung einnimmt.“

Gangbereich

Helle Farben im Gang sorgen für optische Weite. Wer im Gangbereich nur wenig Platz hat, kann statt einer sperrigen Garderobe einfach Haken an der Wand anbringen – das macht auch optisch was her. Schuhe verstaut ihr am besten in einen aufklappbaren Schuhschrank, das schafft noch dazu viel zusätzlichen Platz.

Wenn der Gang etwas größer ausfällt, kann er multifunktional genutzt werden: zum Beispiel kann man eine Wandhalterung fürs Fahrrad anbringen oder eine kleine Leseecke kreieren, wie Hartl-Haus Expertin Sonja Ableitinger vorschlägt:
Der Gangbereich kann mit schmalen, hohen Bücherregalen in eine schöne Bibliothek verwandelt werden. Falls in einer Ecke noch ein gemütlicher Sessel mit Stehlampe Platz findet, ist die Leseecke perfekt. Die Regale kann man zusätzlich noch beleuchten.“

Die Architektin gibt euch noch ein paar Tipps für andere Zimmer:
„Für Räume mit unterschiedlichen Nutzungen empfehlen sich zurückhaltende, aufeinander abgestimmte Möbel, um den Raum nicht zu überladen und zu unruhig wirken zu lassen. Für die Wand empfehlen sich zurückhaltende, harmonische Farben, helle Töne erzeugen optisch mehr Tiefe.“
Das Thema Farbe weckt euer Interesse besonders? Hier findet ihr noch mehr Tipps zu Farben in der Wohnung.

Unsplash / Francesca Tosolini

Bad und WC

Besonders hier gilt der allgemeine Grundsatz: je heller und aufgeräumter das Zimmer ist, desto größer wirkt es. Setzt deshalb auf geschlossene Kästen und Schränke, um eure Sachen zu verstauen. Wenn 35 Pflegeprodukt-Fläschchen kreuz und quer im Bad verteilt stehen, macht das klarerweise auch einen sehr unruhigen Eindruck.

Mehr Gemütlichkeit könnt ihr mit kleinen Tischchen, Kerzen oder Abstell-Trays für die Badewanne erreichen. Außerdem machen sich wenig anspruchsvolle Grünpflanzen im Bad und WC gut, weil sie frische und natürliche Akzente setzen. Ihr habt keinerlei Tageslicht in diesen Zimmern? Dann darf natürlich auch mit Fake-Pflanzen geschummelt werden. Mit Accessoires wie einheitlichen Seifenspendern, Handtüchern oder Vasen können ganz einfach edle Farbakzente gesetzt werden.

3. Boden

Wenn ihr das Glück habt, Eigentum zu besitzen, könnte dieser Punkt für euch relevant sein. Bei einer allround-Neugestaltung der Wohnung muss beim Einrichten natürlich noch mehr bedacht werden, als bei einem Einzug in eine mehr oder weniger unveränderliche Mietwohnung.

Als wortwörtliche Grundlage des Wohnraums nimmt der Boden eine größere Wirkung ein, als manche vielleicht denken würden. Dabei spielen Farbe, Verlegungsweise und Stil eine Rolle. So strecken helle Böden optisch den Raum und lassen ihn weitläufiger erscheinen. Dazu können helle und wenig „farbige“ Böden auf vielfältige Weise mit den Möbeln kombiniert werden, was das Einrichtungsthema ein bisschen vereinfacht. Dunkle Möbel auf hellen Böden setzen außerdem spannende Kontraste.

Eichen- oder Eschenböden bilden das Zwischending im Hell-Dunkel-Spektrum. Hier muss man wegen der Musterung und Farben des Bodens allerdings besonders darauf achten, dass die Möbel stimmig dazupassen. Am besten eignen sich hier einheitlich gefärbte Möbelstücke in Weiß, Schwarz, Braun oder Grau.

Dunkle Böden wirken besonders elegant und lassen helle Möbel und Akzente richtig strahlen. In einer Kombination mit weißer Decke und Wänden wirkt der Raum außerdem optisch breiter.

Auch die Art, wie der Boden verlegt wird, beeinflusst die Wahrnehmung des Raumes stark:
„Wenn man den Boden quer verlegt, wirkt der Raum breiter, bei Längsverlegung kann man den Raum optisch strecken.“, verrät uns die Hartl-Haus-Architektin.

© HARTL HAUS

4. Raumaufteilung: Stauraum schaffen

Das kennt wohl jeder – man hat zu viel Zeug und einfach zu wenig Platz. Besonders in einer Wiener Wohnung, wo die Wohnfläche weitaus kleiner ausfällt als im Domizil in der Waldviertler Heimat, sind Tipps zur Raumaufteilung beim Wohnen und Einrichten Gold wert.

Anfangen kann man hier bereits im Gangbereich: ein bis zur Decke reichender Kasten mit Platz für Jacken, Schuhe und Co. macht schonmal vieles einfacher: „Für ausreichend Stauraum kann ein hoher, geräumiger Wandschrank sorgen. Auf dem Schrank kann man in dekorativen Boxen noch diversen Kleinkram verstauen.“, rät euch Sonja Ableitinger.

Viele nutzen im Schlafzimmer die Fläche unter dem Bett als Sammelgrube. Wenn man nicht gerade ein Boxspringbett besitzt, funktioniert das auch ganz gut. Ein paar Tipps, um diese Strategie noch weiter zu optimieren: kauft rollbare Boxen, um die Dinge auch ordentlich sortieren zu können, sonst wächst dort ein regelrechtes Chaos heran.
Für regelrecht winzige Schlafzimmer bietet sich ein Hochbett an – und das nicht nur für Kinder! 😉 Unter dem Bett kann ein Arbeitsbereich, ein Kleiderschrank oder Regal für noch mehr nutzbare Fläche sorgen.

Besonders die Raumteiler-Strategie hat sich in vielen Wohnbereichen bewährt:
„Für Räume, die mehrere Funktionen übernehmen müssen, sind Raumteiler eine gute Lösung. Diese gliedern den Raum einerseits in unterschiedliche Bereiche und bieten darüber hinaus auch noch praktischen Stauraum.“
Dieser Tipp ist besonders fürs Wohnen und Einrichten in Wohngemeinschaften geeignet, um in größeren Zimmern mehr Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Wer mitten im Raum ein Regal platziert, profitiert vom Stauraum und kann auch noch auf den Raumteiler Dekoobjekte oder weitere Kisten platzieren.

Wir wünschen euch viel Erfolg und Freude mit eurer Traumwohnung! 😊

Weitere Informationen stammen von: schoener-wohnen.de und bosch-diy.com

 
Zwettler Zwickl
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veröffentlicht von sebastian

31. Juli 2020

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