Mitbewohner gesucht: Die Wohngemeinschaft

WOHNEN & VERKEHR

veröffentlicht von sophie

14. April 2016

WOHNEN & VERKEHR

Du willst eine Wohngemeinschaft bilden, suchst aber noch nach Mitbewohnern? Lies vor deiner Suche die Erfahrungsberichte!

Sie können der Segen oder der Schrecken jeder Wohngemeinschaft sein – die Mitbewohner. Eines sind sie aber immer: ein essentieller Bestandteil, denn ohne Mitbewohner können sich die 0815 Studierenden die eigene Wohnung nicht leisten. Darunter gibt es jene Mitbewohner, die fremde Nutella Gläser leeren und jene, die Haare in der Dusche zurück lassen. Andere kümmern sich ohne zu fragen um die Mülltrennung und -entsorgung oder putzen die Wohnung ungefragt. Hier liest du worauf du bei der Mitbewohnersuche achten solltest und entdeckst Erfahrungsberichte von WaldviertlerInnen.

Während der Schulzeit ist die Wohngemeinschaft von Studierenden eine sagenumwobene Idealvorstellung der Wohnsituation. Hier werden Parties gefeiert, essen wird ausschließlich bestellt und Putzen wird überbewertet. In der Wohngemeinschaft regiert die Selbstbestimmung. Die WG ist das Ziel jedes und jeder angehenden Studierenden. Dass sich diese Vorstellungen aber nicht alle bewahrheiten oder als das vermeintliche Non-Plus-Ultra entpuppen, sickert spätestens im Laufe des zweiten Semesters durch. Denn dann heißt´s willkommen in der Realität, willkommen im Alltag. Bevor du diese Erfahrungen jedoch machen kannst, brauchst du erst mal einen Mitbewohner. Wie du zu deiner Wohngemeinschaft kommst, liest du im 1×1 des Wohnungsfindens. Worauf du bei der Auswahl der Mitbewohner achten solltest, folgt hier:

Wohngemeinschaft: Die Mitbewohner

Wenn du in der glücklichen Lage bist dir deine Mitbewohner mittels Casting selbst auszusuchen, dann gibt es ein paar Eckpunkte, an die du dich halten kannst. Falls das bei dir nicht der Fall ist, dann nimm´ die Ratschläge trotzdem an, um für ein harmonisches Miteinander in deiner bereits bestehenden Wohngemeinschaft zu sorgen.

Der erste Eindruck

Du hast dein Mitbewohner-gesucht-Inserat online geschalten. E-Mails mit dem Inhalt „Hallo. Bin Student und suche Wohnung. Wann kann ich kommen?“ kannst du im Prinzip sofort löschen. Wer nicht fähig ist sich in einem E-Mail vorzustellen, sich dadurch etwas greifbarer zu machen und dann nicht mal eine Grußformel parat hat, ist aus dem Rennen. Der erste Eindruck zählt eben. Nur wenn sich sonst niemand für deine WG meldet, kannst du die Person in Erwägung ziehen. Merke: Wer nicht mal aussagekräftige Mails formulieren kann, kann vermutlich sonst auch nicht viel.

Das erste Treffen

Die Besichtigung für die Wohngemeinschaft ist für 18:00 Uhr angesetzt. Wer um 18:05 Uhr noch nicht da ist – naja, das kann passieren. Wer dich beim ersten Treffen aber 20 Minuten warten lässt, wird dich auch später noch öfter warten lassen. Vielleicht passiert es gerade wenn ihr ein wichtiges Treffen mit der Hausverwaltung vereinbart habt. Dass dich du dann um alles kümmern kannst, versteht sich von selbst. Merke: Pünktlich sein ist eine Form der Wertschätzung und signalisiert deinem Gegenüber: „Ich bin kein Egomane, dem alles – inklusive dir – egal ist.

Das erste Gespräch

Sei skeptisch. Viele werden dir das Blaue vom Himmel versprechen, andere versuchen es nicht mal. Nutze deinen gesunden Menschenverstand und versuche dir beim Gespräch ein Bild der anderen Person zu machen. Teilt Erfahrungen und lotet eure Gemeinsamkeiten aus. Besprecht ganz klar, was ihr euch erwartet und was auf keinen Fall möglich ist. Bereite dir für das erste Gespräch Fragen vor, die du unbedingt im Vorhinein klären möchtest. Wenn sich das Gespräch für dich irgendwie seltsam anfühlt, dann ist die Person vermutlich nicht dein zukünftiger Mitbewohner. Ein erstes Kennenlernen sollte locker sein. Merke: Wenn die Person keinen Augenkontakt halten kann, nicht an dir als Person interessiert ist und der Gesprächsfluss generell schnell abebbt, dann hast du entweder einen introvertierten Menschen erwischt (der als Mitbewohner auch super sein kann) oder du sitzt einer Person gegenüber, der es sowieso egal ist, wer du bist – Hauptsache es gibt ein Dach über dem Kopf.

Wichtig ist, dass du für dich selbst entscheidest, ob du eine oder keine Zweckgemeinschaft haben willst. In einer Zweckgemeinschaft ist das einzige verbindende Element die Wohngemeinschaft. Abendliches Zusammensitzen und Kochen sind nicht vorgesehen.

Essen_WG

Generelle Tipps:

  • Stellt grundsätzliche Regeln auf – Wer sich nicht daran hält, fliegt raus. Beispiel: Eine Nichtraucherwohnung ist eben eine Nichtraucherwohnung.
  • Nimm nicht alles so ernst. Gerade wenn ihr euch durch eine Mitbewohner-gesucht-Plattform kennengelernt habt, müssen die Grenzen erst ausgelotet werden. Beispiel: Dein Kaffee- und Teevorrat verschwindet in rasendem Tempo. Kleb´ ein Pickerl drauf. Vielleicht wusste dein Mitbewohner einfach nicht, dass das nur dir gehört.
  • Setze nicht zu viel voraus. Beispiel: Du fegst die Küche jeden dritten Tag, dein Mitbewohner nicht. Es ist doch okay, wenn dein Mitbewohner überhaupt seinen verursachten Dreck wegräumt, oder?

Küchenregeln

Wie handhaben das die anderen WaldviertlerInnen? Wir haben in den unterschiedlichsten WG-Konstellationen nachgefragt:

Wohngemeinschaft: Erfahrungsberichte

Folgende Fragen haben uns WaldviertlerInnen beantwortet:

  1. Kanntet ihr euch bei der WG-Gründung bereits?
  2. Was war dir besonders wichtig bei der Wahl deines/r Mitbewohner(s)?
  3. Wie beugt ihr Konflikten vor oder beseitigt diese?
  4. Was ist das Beste daran, wenn man in einer WG wohnt?

Michael, 23

Die WG wurde ursprünglich mit zwei Freunden gegründet. Weil ein Freund ausgezogen ist, haben wir eine neue Mitbewohnerin gesucht und gefunden. Sie hat uns mit Bier und Brezeln von sich überzeugt.
Besonders wichtig war und ist, dass die Miete von allen gezahlt wird.
Konflikten beugt man vor indem man sich nicht gleich aufregt und einfach darüber redet.
Besonders cool ist, dass man immer wen zum Tratschen hat und nie komplett in der Wohnung versumpfen kann.

Marie-Louise, 21

Wir sind zu dritt in der WG. Mit meinem Mitbewohner war ich schon bevor wir beschlossen haben zusammenzuziehen befreundet und meine Mitbewohnerin war eine Bekannte von ihm – so haben wir zueinander gefunden. Mir war es schon wichtig mit Leuten zusammen zu ziehen mit denen ich mich gut verstehe und dass es zu keiner „Zweck-WG“ wird. Konflikten beugen wir vor, indem von Anfang an geregelt ist wer für was im Haushalt zuständig ist. Ansonsten gilt: Darauf ansprechen wenn etwas stört. Das ist glaub ich am Wichtigsten!
Das Beste an der WG ist die soziale Komponente. Sie dient als Familienersatz und gleichzeitig spart man Kosten.

Kathi, 22

Nein, mein damaliger Mitbewohner hat die neue Mitbewohnerin über Facebook gefunden. Rückblickend war das nicht gerade die beste Idee. Ich kannte sie gar nicht und sie ist mir noch immer total fremd.
Mir war besonders wichtig, dass es eine klare Trennung zwischen meinen Sachen in der Wohnung und ihren Sachen gibt. Funktioniert nur leider nicht. Sie denkt, sie kann sich alles nehmen. Zurechtweisungen versteht sie nicht.
Eigentlich haben wir Regeln aufgestellt, die Konflikten vorbeugen sollen. Eigentlich. Weil sie die Regeln nicht einhält, kommt es regelmäßig zu Streit.
Das Beste an unserer WG ist, dass sie nur auf Zeit besteht. In ein paar Monaten bin ich weg!

Johanna, 22

Ja, wir drei kannten uns bereits beim Einzug.
Besonders wichtig war mir, dass wir uns wohl miteinander fühlen und uns gegenseitig auch genügend Freiraum geben. Wir haben uns beim Einzug ausgemacht, dass wir für Konflikte immer jede Menge Seifenblasen in der Wohnung haben. Da wir zu dritt sind, kann der Außenstehende bei einem Konflikt sozusagen mit Seifenblasen die Situation retten. Wir sind jedoch eine Kombi die selten bis nie streitet. Das Beste ist eindeutig, dass man zusammen wächst und um jede Tages- und Nachtzeit füreinander da ist. Es wird nie langweilig und es fühlt sich wie eine kleine Familie an.

Hast auch du Tipps für harmonisches Zusammenleben in eurer Wohngemeinschaft? Wie hast du deine Mitbewohner „gefunden“? Teile deine Erfahrungen mit uns!

 
 

veröffentlicht von Thomers

14. April 2016

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Die U-Bahn als öffentliches Transportmittel schlechthin ist heute kaum mehr wegzudenken. In fast jeder größeren Stadt ist sie vorzufinden, glücklicherweise (oder vielleicht auch leider, je nachdem wie man es betrachtet) auch in Wien. Mit diesem Artikel möchte ich der Wiener U-Bahn ein Loblied singen.